Häufiger Grund für die Einweisung ins
Pflegeheim im Alter ist die Inkontinenz
lnkontinenz ist im Alter häufig ein Grund für die Einweisung der alten Menschen in ein Pflegeheim. Ein Drittel der über 80 jährigen ist inkontinent.
Auch bei alten Menschen verlaufen Behandlungsversuche durchaus erfolgreich. In dieser Altersgruppe herrscht die Dranginkontinenz vor. Hier kann ein regelmäßiges Toilettentraining helfen, hat Professor Hansjörg
Melchior aus Kassel gesagt.
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Harninkontinente verschweigen
lange Zeit ihr Leiden
Studie mit Patienten in Allgemeinarztpraxen
In der Gruppe der über 50 jährigen Patienten in Allgemeinarztpraxen ist etwa jeder zweite harninkontinent. Knapp die Hälfte der Betroffenen vertrauen sich jedoch ihrem Arzt lange Zeit nicht an.
Dies ist das Ergebnis einer Studie, in die 347 Arztpraxen mit nahezu 7000 Patienten einbezogen waren. Wie Professor Ingo Füsgen aus Velbert auf einer Fachpressekonferenz in München gesagt hat, wurden in jeder
der beteiligten Arztpraxen die ersten 20 Patienten über 50 Jahre ab einem definierten Zeitpunkt erfasst und auf eine mögliche Harninkontinenz hin untersucht.
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Nach einer Harninkontinenz muss der
Arzt seine Patienten gezielt fragen
In Fach- und Laienpresse zählt die Harninkontinenz zu jenen Themen, die durchaus regelmäßig Erwähnung finden. Es werden aber nicht die richtigen Botschaften
übermittelt, befand der Wuppertaler Allgemeinmediziner Bernd Zimmer.
Was aber wären die richtigen Botschaften? Die Patienten sollten zunächst erfahren, dass sich eine Inkontinenz in der Arztpraxis in mehr als 90 Prozent der Fälle auf einfache und nicht belastende Weise ähnlich
einem Diabetes mellitus abklären lässt.
Auch wenn in vielen Fällen keine endgültige Heilung möglich ist, gelinge doch vielfach eine wesentliche Verbesserung, welche den Patienten aus ihrer sozialen Isolation heraushelfen.
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In Pflegestufen 3 und 4 waren fast
alle Heimbewohner inkontinent
Über 4,6 Milliarden Mark werden jedes Jahr in stationären Einrichtungen und in der Sozialen Pflegeversicherung für die Versorgung von Patienten mit lnkontinenz
ausgegeben.
Diese Zahlen hat Professor Dr. rer. pol. Günther Neubauer vom Institut für Gesundheitsökonomie in München auf einer Veranstaltung in Seefeld präsentiert.
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Für die Harninkontinenz steht eine
wirksame Therapie zur Verfügung
Reizblase und Dranginkontinenz sind verwandte Krankheiten
Als teilweise undankbar bezeichnete Privatdozent Dr. Giovanni de Gregorio, Friedrichshafen, die Behandlung von Patienten mit Reizblase. Das liegt unter anderem daran, dass es sich hierbei nicht um ein streng
umgrenztes Krankheitsbild handelt. Umso wichtiger sei es, für klare Krankheitsbegriffe und Definitionen zu sorgen und die Krankheitsbilder sauber gegeneinander abzugrenzen.
Derzeit werden nach seinen Worten für die Reizblase wie die Dranginkontinenz viele Begriffe verwendet, von der ,"irritablen Blase" über die Zystalgie, die Kaltfußdysurie bis hin zur Blasenneurose.
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Die Kosten für lnkontinenz
gehen in die Milliarden
Die von Demographen prognostizierte Zunahme des Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung in den kommenden Jahren gibt hierzulande in vielerlei Hinsicht Anlass zur
Besorgnis. Das gilt auch im Hinblick auf die Harninkontinenz und die mit ihr einhergehenden gesundheitlichen und sozioökonomischen Folgen. Hält man sich jedoch an jene Daten, der in Seefeld veranstalteten
Fachpressekonferenz ,,Im Blickpunkt: Tabuthema Inkontinenz vorgestellt werden, bedarf es hier nicht erst eines Blickes in die Zukunft.
Angesichts einer geschätzten Zahl von mindestens vier Millionen inkontinenten Mitbürgern ist die Harninkontinenz auch heute schon ein gleichermaßen bedeutsames wie häufig verdrängtes Thema.
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